Zeitgeist – Verschwörungstheorie, Zinskritik und kein Popkorn

Der Film „Zeitgeist – Teil 2″ ist eine wahrhaftige Filmperle im Genre der verkürzten Kritik. In gut zwei Stunden wird einem die Welt mit einfachen Phrasen, oberflächlicher Kritik, pseudowissenschaftlichen Fakten und einer gewaltigen Prise Verschwörungstheorie erklärt. Doch nicht nur das: Für den parasitären Monetarismus und das barbarische Zinssystem, welche unsere Gesellschaft anscheinend zu dem Haufen Scheisse machen, der sie ist, haben die Macher von „Zeitgeist – Teil 2″ auch noch einen genialen „Gegenvorschlag“ aus dem Hut ihrer stumpfen Kritik gezaubert. Doch was hat dieser Film an brauchbarer Kritik und emanzipatorischem Gehalt überhaupt zu bieten?

Der Film beginnt unvermittelt mit einer agitatorischen Rede über die Notwendigkeit einer „radikalen Revolution in den Köpfen“ und über die Probleme der „Krise des Bewusstseins“, welche unsere heutige Zeit zeichnen. Bereits hier wird der sehr idealistische Ansatz (gemeint als Gegensatz zum materialistischen Standpunkt) der Filmemacher explizit. Veränderungen, Revolutionen, Krisen: All dies, das heisst die Gesellschaft und deren Veränderungsprozesse, spielen sich scheinbar im menschlichen Bewusstsein ab. Daher auch der an die einzelnen Individuen gerichtete Apell, sie müssten ihr Bewusstsein verändern um die Gesellschaft verändern zu können. Da die Gesellschaft aber nichts ideelles ist sondern eine reelle Totalität von ökonomischen Gesetzesmässigkeiten (Wertgesetzt, Mehrwertproduktion, Konkurrenz usw.), durch Warentausch bestimmte Beziehungsformen (Menschen beziehen sich als Waren bzw. als Warenbesitzer aufeinander) und Klassenverhältnissen darstellt, kann die Gesellschaft auch nicht durch idealistische Konzepte verändert werden. Die kapitalistische Klassengesellschaft in den Köpfen ab zu schaffen ist nichts emanzipatorisches, da dies erstens aus materialistischer Perspektive nicht geschehen kann und zweitens die real existierende Gesellschaft mit allen Widersprüchen dadurch nicht verschwinden würde. Daraus lässt sich schliessen, dass der Anspruch der Macher von „Zeitgeist“ einen rein aufklärenden und voluntaristischen Charakter besitzt. Wie könnte es denn auch anders sein? Aus diesem Grund – um andere Menschen von ihrer verkürzten Kritik zu überzeugen – haben die Filmemacher schliesslich auch diesen Film gemacht anstatt sich die Vorgänge in der Gesellschaft genau an zu schauen und die potentiellen Klassenkämpfe und Widersprüche unserer Zeit unter die Lupe zu nehmen.

Nach der Einleitung des Filmes geht es weiter: Nun wird einem in rasantem Tempo – wie in einem Bilderbuch – mit vielen Darstellungen und Bildern die kapitalistische Wirtschaftsweise erklärt; und dann noch falsch. Die Erklärungen über die kapitalistische Wirtschaftsweie begnügen sich mit einem reinen Zirkulationsansatz: Nur die oberflächlichen Geschehnisse des Kapitalismus, das heisst die Zirkulation des Geldes, das Finanz-, Zins- und Kreditwesen werden thematisiert. Die Produktionssphäre des Kapitalismus, also dort wo Wert und Mehrwert geschaffen wird, welche notwendigerweise die Substanz von Zins, Kredit und Geld sind, bleibt gänzlich unberührt. Die Entstehung von Geld wird durch Schuldmechanismen in der Kreditvergabe erklärt, was den Banken die Schaffung von Geld aus dem Nichts ermöglicht. Genau so wie Götter alles Mögliche aus dem Nichts schaffen können, können Banken scheinbar Geld aus dem Nichts schaffen. Eine sehr dürftige Erklärung, die einen reinen fetischcharakter behalten muss, da sie nicht zu dem Prozess der eigentlichen Geldschaffung, zum Wertbildungsprozess, durchdringen mag. Die ökonomische Substanz des Geldes ist Wert, der nur durch Verausgabung abstrakter menschlicher Arbeit entstehen kann. Geld ist nichts anderes als das allgemeine Äquivalent, das heisst der gesellschaftlich durchgesetzte und anerkannte Wertspiegel aller auf dem Markt befindlichen Warenwerte. Daher kann auch die real existierende Geldsumme (ob in Gold-, Papierform oder digitaler Form) nur durch die Produktion von Wert bzw. Mehrwert im Produktionsprozess wachsen. Das immense Anwachsen der internationalen Geldströme kann daher nicht durch „mystische“ Geldschaffung aus dem Nichts erkärt werden, sondern muss bei der Erklärung sowohl den Wertbildungsprozess in der Produktionssphäre als auch die Zirkulation und Verwirklichung des Wertes in der Zirkulationssphäre des Kapitalismus beachten. Die erweiterte Reproduktion von Kapital schafft die Notwendigkeit, dass Geld als Kredit vorgeschossen werden muss um die Mehrwertproduktion eines Unternehmens aufrecht zu erhalten und idealerweise steigern zu können. Da Kapital, was nichts anderes als sich verwertender Wert ist, seiner Form nach ständig expandieren muss, gleichzeitig aber der Gewinn eines Unternehmens zu klein ist um neue Investitionen tätigen zu können, welche dem Kapital neue Verwertungsperspektiven eröffnen, sind Unternehmen auf einen auf Kredit beruhenden Vorschuss von Kapital angewiesen. Dieses vorgeschossene Kapital, welches Unternehmen von Banken leihen, wird dann später durch den erwirtschafteten Mehrwert wieder zurück gezahlt. So entwickelt sich ein Kreislauf, der das stetige Wachstum des Kredit- und Finanzwesens zu einem notwendigen, integrativen Teil des Kapitalismus macht.

Da dem Kapital innere Verwertungsschranken gesetzt sind (gesättigte Märkte, Überproduktion, usw), sind historisch immer wieder Wirtschaftskrisen entstanden. Ein Beispiel dazu: Als der immense wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegs- und Nachkrisenzeit insbesondere durch die allmähliche Sättigung des Automobilmarktes ein Ende fand, geriet der Kapitalismus Ende 60er Jahre in die Krise. Die Reaktion auf diese Krise war die Flucht in die Finanzmärkte, was jedoch die Verwertungsprobleme der vorherigen Epoche nicht gelöst sondern nur verschoben hat. Anstatt Kapital mehrwertschaffend in der Produktion zu investieren wurde an den Finanzmärkten auf zukünftigen Mehrwert gewettet, da dies kurzfristig gesehen mehr Gewinn versprach. Dies ist der Grund für den unglaublichen Anwuchs der Devisen- und Derivatemärkte Anfangs der 70er Jahre bis 2007. Was sich hier beim ersten Anblick als scheinbare Vermehrung von Geld präsentiert, ist in Wirklichkeit jedoch nur die Anhäufung von fiktivem Kapital. Auf den internationalen Finanzmärkten wurden virtuelle Finanzprodukte (wie z.B. Derivate) gehandelt und unter den Finanzakteuren hin und her geschoben, dh. gekauft und wieder verkauft. Dies trieb die Preise der Finanzprodukte in die Höhe und so konnte jedes Unternehmen durch das Herumschieben dieser virtuellen Finanzpakete kurzfristig Gewinn erwirtschaften. Der springende Punkt dabei ist jedoch, dass diese Finanzprodukte keinen real existierenden Wert besitzen, sondern nur eine Spekulation auf zukünftigen Mehrwert darstellen. Ein Beispiel dazu: Auf dem US-Hypothekenmarkt vergaben Banken günstige, risikohafte Kredite an meist zahlungsunfähige Schuldner. Der erwartete Kreditrückfluss wurde dann von den Banken als virtuelles Finanzpaket (in diesem Fall Derivate) an andere Finanzakteure weiterverkauft. Die Banken verkauften also quasi das Anrecht auf einen Teil des Kreditrückflusses durch die Schuldner. Derjenige, der dieses Finanzpaket von einer Bank gekauft hatte, konnte dies nun wieder in neuen Paketen zusammen schnüren und weiter verkaufen. Schlussendlich wurden diese Finanzpakete ständig weiterverkauft, die Preise stiegen ständig und jeder hatte einen kurzfristigen Gewinn. Diese Finanzpakete enthielten aber gar keinen realen Wert, da die Schuldner den Kredit noch gar nicht zurückgezahlt hatten und dies auch nie konnten. Kurz gesagt: Was hier in Form von Finanzpaketen gehandelt wurde und von Aussen als realer Geldstrom aussah, war in Wirklichkeit bloss fiktives Kapital, dh. eine Wette bzw. Spekulation auf zukünftigen, noch nicht vorhandenen Wert. Nur weil die Geld- bzw. Kapitalströme auf der Ebene der Zirkulation durch den Boom des Finanzwesens anstiegen, heisst das noch lange nicht, dass der reale Wert, die Substanz des Geldes und des Kapitals, tatsächlich vorhanden waren oder im zukünftigen Produktionsprozess entstehen würden. Diese notwendige Differenzierung und dieser tiefere Einblick in die kapitalistische Produktionsweise ist es, was den Machern von „Zeitgeist“ ein Buch mit sieben Siegeln bleiben muss, da sie den ganzen Prozess nur aus der Sicht der Zirkulation herleiten.

Die gesamte theoretische Herleitung der Kritik von „Zeitgeist“ ist demnach ein verschleierndes Unterfangen, welches höchstens zur Verklärung der realen Wirtschaftsprozesse beitragen kann. Auch die Annahme der „Zeitgeist“ Macher, dass wir im heutigen Zeitalter nur für die Banken arbeiten und deren Sklaven sind, ist eine ideologische Sackgasse. Nur wer den Arbeitsprozess, den realen Produktionsprozess von Mehrwert durch kapitalistische Ausbeutung, systematisch übersieht und ausblendet, kann zu diesem Schluss kommen. Hier zeigt sich auch wieder die Zirkulationslastigkeit, welche alle Prozesse der Gesellschaft (Arbeit, Herrschaft, Macht, Krise, Revolution usw.) auf Banken, zirkulierendes Geld, Kredit und Zins zurück zu führen versucht. Auch die Zukunftsvisionen der „Zeitgeist“ Macher sind, abgesehen von ihrer idealistischen Herleitung, nichts als der Widerschein ihrer Ideologie. Das so genannte „Venus-Projekt“, welches eine Art futuristische Gesellschaft sein soll, das weder Kapitalismus noch klassenlose Gesellschaft ist. Durch die Entwicklung der Technologie und die Aufhebung der scheinbaren Knappheit der Ressourcen soll eine Gesellschaft ohne Recht, Arbeit und Geld entstehen. Damit gemeinst ist aber wie schon erwähnt nicht eine freiheitlich-kommunistische Gesellschaft, welche die Widersprüche des Kapitalismus auf dem Müllhaufen der Geschichte gelassen hat, sondern eine futuristische Utopie, die aus Fragmenten der bürgerlichen Gesellschaft und deren Ideologie geschaffen wird.

Abschliessend lässt sich sagen, dass der Film „Zeitgeist“ nicht viel mehr bietet als ein schlechter Nachgeschmack längst zerkauter Zinskritik vermischt mit Fragmenten von Verschwörungstheorien, die bis zu strukturellem Antisemitismus reichen, unterlegt mit düsterer Musik und schlechten Zitaten. Ein Film, der sich kein revolutionärer Marxist und aufrechter Gesellschaftskritiker ein zweites Mal an tun will.

Kosmoprolet Nr.2 ab jetzt erhältlich!

Der Kosmoprolet Nr.2 ist seit kurzem endlich erhältlich. Auf insgesamt 200 Seiten sind 12 marxistische bzw. antikapitalistische Texte im Buchformat abgedruckt. Die zweite Ausgabe des Kosmoproleten ist für nur 4 Euro bzw. 6 CHF erhältlich.

Inhaltsverzeichnis:

Editorial
Fragmente über die Tage, die Teheran erschüttern
Thesen zur Krise
Eine Krise des Werts
Das Ende der Lähmung
Kommuniqués aus der griechischen Sozialrevolte
Barrikaden – Der Aufstand von Oaxaca – Eine Vorbemerkung
Barrikaden – Der Aufstand von Oaxaca
Ein Schritt in die falsche Richtung
Reaktionen auf die 28 Thesen zur Klassengesellschaft
Neues aus dem Reich des Caudillos
Ein Club für sich
Flugblatt

Herausgegeben wird der Kosmoprolet von der Gruppe Eiszeit aus Zürich, den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft aus Berlin, der La Banda Vaga und der Gruppe k-21.

Bei Interesse bitte eine E-Mail an freu.de.kla[at]gmx.de schreiben.

Amoklauf: Die Stunde der Rächer

Immer wieder kommt es in „regelmässigen“ Abständen zu Amokläufen an Schulen. Der mediale Zirkus, der dann damit einhergeht ist meist sehr gross und die Empörung ist unbeschreiblich. Wieso konnte das nur passieren? – fragen sich alle. Denn für eine gesellschaftliche „Normalität“ scheinen es die wenigsten zu halten. Amokläufe sind für das bürgerliche Bewusstsein immer nur Fehlentwicklungen. Sei es die gescheiterte Erziehung, der fehlende soziale Kontakt, das Ausbleiben von psychologischem Rückhalt oder die Gewaltexzesse in Computerspielen. Amokläufe werden immer als singuläre Taten, die aus irgendwelchen Fehlentwicklungen heraus entstehen, verstanden. Dies verklärt jedoch gerade die Tatsache, dass es sich dabei um gesellschaftliche Realitäten handelt. Es blendet geradezu die Frage nach den Ursachen solcher Amokläufe zwangsläufig aus, da die Antwort auf die Ebene der Symptombekämpfung verlegt wird. Es wird nicht gefragt, weshalb diese Gesellschaft an den Hauptschauplätzen des Lebens (Schule und Arbeit) systematisch Verlierer produziert, die ihre gesellschaftliche Anerkennung nicht auf rechtmässigem, gesellschaftlich vorgesehenen (oder eben nicht) Wegen erhalten können.

Eine sehr weit verbreitete Verschleierung von Amokläufen lässt sich auch im Falle von Tim K. wieder erkennen. Die Funktionsweise der Schule, die Konkurrenz im Kapitalismus und vor allem die Klassengesellschaft als Ganzes wird und soll nicht angetastet werden. Die Tatsache, dass Schulverlierer produziert werden, die in dieser Gesellschaft keine Aussicht auf ein angenehmes Leben haben, bleibt unangetastet. Stattdessen liegt der Fokus darauf, diesen Schulverlierern zu lernen mit ihrem Frust und ihrer Ohnmacht zu leben und als integrierte bürgerliche Subjekte zu funktionieren. Die Forderungen, die zur Einlösung dieses Anspruchs dann gestellt werden, sind: Frustbewältigung, weniger brutale Konkurrenz, Verschärfung des Waffengesetzes, weniger Gewaltspiele und „Brutalofilme“ und so weiter. Eigentlich sind das alles Forderungen, die mit der Sache an sich gar nichts zu tun haben und das Problem in keiner Hinsicht bewältigen. Um das Problem geht es hier auch gar nicht. Vielmehr soll der Funke, der das Pulverfass zum Explodieren bringt, etwas gebändigt werden.

In den Medien ist dieser Vorgang in seiner ganzen Absurdität nach zu vollziehen.

Er war voller Hass und Gewalt. Virtuell hatte Tim Kretschmer schon viele, viele Menschen getötet – er spielte brutale Computerspiele, sogenannte Ego Shooters. Die Debatte um die Brutalo-Spiele flammt damit neu auf. Gewaltspiele sind Simulationen echter Lebenssituationen, sagte Psychologe Hans Markowitsch. Die Erfahrung mit psychiatrischen Patienten zeige, dass diese nicht richtig zwischen Realität und Spiel unterscheiden könnten – Kretschmer hatte psychische Probleme.

Das Bild, das hier gezeichnet wird, ist klar: Ein psychisch labiler, depressiver Einzelgänger, der jede Nacht Horrorfilme schaut und Gewaltspiele spielt. Die ganze Ursache der Tat wird auf die scheinbaren Charaktereigenschaften bzw. auf das Individuum selbst zurück geführt, was gerade die wirklichen Ursachen des Problems ausblendet.

Vom Gegenstandpunkt gibt es auch noch einen älteren, recht guten Vortrag zum Thema „Amoklauf“, der wieder an Aktualität gewonnen hat:

http://doku.argudiss.de/stream.php?id=195

Wie das US-Proletariat doch noch überleben kann

Es ist unglaublich aber wahr: Weil in den USA die Arbeitslosigkeit auf dem höchsten Stand seit 1967 ist und Millionen von ArbeiterInnen ihre Jobs verloren haben, verkaufen viele verzweifelten ProletarierInnen sich selbst. Und zwar im wortwörtlichen Sinne. Die einzige Ware über welche die lohnabhängige Klasse verfügt, ist die Ware Arbeitskraft. Durch den Verkauf der eigenen Arbeitskraft als einzige Einnahmequelle müssen die ArbeiterInnen in dieser Gesellschaft ihr Leben bestreiten. Doch was passiert, wenn in harten Krisenzeiten wie jetzt plötzlich die Arbeitsplätze ausgehen und Millionen von ArbeiterInnen noch tiefer in die Armut und soziale Klemme hineinrutschen? Aus Verzweiflung und für die letzten paar Dollar verkaufen nun viele ihr Blutplasma, ihre Haare oder ihr Sperma. Für eine Blutspende erhält man in den USA um die 25 Dollar, bei Spermaspenden können Männer bis zu 100 Dollar verdienen. Wieder andere verkaufen ihr langes Haar an Perückenhersteller um ein paar mikrige Dollar zu kassieren.

Die Widersprüchlichkeit der warentauschenden Gesellschaft, bzw. der kapitalistischen Klassengesellschaft im besonderen, wird hier in ihrer gesamten Perversion ersichtlich. Menschen, die nicht mal mehr ihre Arbeitskraft verkaufen können, müssen nun zu noch erniedrigenden und entfremdenden Mitteln greifen. Wie lange wird es wohl dauern, bis jemand auf die Idee kommt auch noch seine inneren Organe an Organhändler zu verkaufen um in dieser Gesellschaft überleben zu können? Eine kranke Gesellschaft ist das, die definitiv abeschafft gehört!

Zwangsversteigerungen in den USA

Zwangsversteigerungen in den USA Laut dem Jahresbericht des U.S. Foreclosure Market Report ist die Zahl der Zwangsversteigerungen in den USA im letzten Jahr um 81 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Durchschnittlich war etwa jeder hundertste US-Bürger verglichen mit der Einwohnerzahl der USA im Jahre 2008 mindestens einmal von einer Zwangsversteigerung betroffen.

Den Höhepunkt wurde in den Staaten Nevada, Florida und Arizona erreicht. In Nevada wurden im letzten Jahr insgesamt 7 Prozent aller Häuser zwangsversteigert- also jedes vierzehnte Haus. Im Vergleich zum Jahr 2007 ist das ein Anstieg um 126 Prozent. In Florida und Arizona wurde jedes zweiundzwanzigste Haus zwangsversteigert.

Dies nur um mal die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und deren Ausmass etwas zu verdeutlichen. Obwohl es mehr als genügend Häuser in den USA gibt, müssen die Leute aus ziehen, da Sie den Tauschwert der Immobilien nicht zahlen bzw. zurückzahlen können. Die Trennung zwischen Tauschwert und Gebrauchswert, was schlussendlich die Trennung der Menschen vom gesellschaftlichen Reichtum bedeutet, wird hier in seiner ganzen Perversion ersichtlich.

Quelle der Angaben: US. Foreclosure Market Report (realtytrac.com)